Vogt Archiv & Sammlungen

Cécile & Oskar Vogt-Institut für Hirnforschung


Unser C. und O. Vogt-Institut für Hirnforschung beherbergt die Vogt Sammlung mit dem Vogt Archiv, sowie mehrere Hirnschnittsammlungen. Das Vogt Archiv umfasst eine Hirnschnittsammlung sowie den Nachlass des Forscherehepaars Cécile und Oskar Vogt. Der Vogt'sche Nachlass besteht aus rund 70.000 Einzelseiten und umfasst neben den Institutsakten auch Patientenunterlagen, sowie wissenschaftliche und private Korrespondenz. Hinzu kommt noch ein Bildarchiv, eine Bibliothek mit rund 2.000 Bänden, sowie eine Sammlung von etwa 20.000 wissenschaftlichen Sonderdrucken. Das Vogt Archiv beherbergt zudem weitere Sammlungen, u.a. von Dr. Heinz Stephan, Prof. Dr. Dr. Karl Zilles, sowie der aktuellen Direktorin unseres Instituts, Frau Prof. Dr. Katrin Amunts. Die Sammlungen lagern im Institut für Hirnforschung auf über 500 Quadratmetern.

Die Nutzung des privaten Archivs und der Sammlungen zu wissenschaftlichen Zwecken ist nach einem Benutzungsantrag möglich. Bitte kontaktieren Sie diezbezüglich unser Team. Eine Vorlaufzeit von vier Wochen wird vorausgesetzt. Das Archiv ist nicht öffentlich zugänglich. 

Anfragen gerne per E-Mail an: vogt-archiv@uni-duesseldorf.de



Aktuelles

Ausstellungshinweis: Benno Reifenberg im „Gehirnschloss“ der Vogts

Gerne weisen wir hin auf die virtuelle Ausstellung: „Beethoven gegen den Hunger, Bruckner gegen die Kälte. Wie Benno Reifenberg und Marguerite Vogt im Hirnforschungsinstitut Neustadt im Kriegswinter 1944/45 vierhändig Klavier spielten“ 

Die Ausstellung erzählt, wie der Feuilletonjournalist Benno Reifenberg 1944/45 Zuflucht im Institut von Cécile und Oskar Vogt in Neustadt fand. Das Institut für Hirnforschung und Allgemeine Biologie wurde von den Vogts aufgebaut, nachdem sie 1937 auf Druck der Nationalsozialisten Berlin verlassen mussten. Von den Kleinstadt-Bewohnern „das Gehirnschloss“ genannt, übersiedelte das Institut 1965 an die neu gegründete Universität Düsseldorf. Damit ist es der Vorläufer des heutigen Cécile und Oskar Vogt-Instituts am UKD. 

Benno Reifenberg zählte als leitender Redakteur der „Frankfurter Zeitung“ zu den bekanntesten liberalen Journalisten der Weimarer Republik. Nach dem Verbot der Zeitung im Kriegsjahr 1943 arbeitete er im Labor der Hirnforscher, gemeinsam mit der Vogt-Tochter Marguerite, mit der er abendlich vierhändige Klavierkonzerte gab. Das abgelegene Institut im Schwarzwald beschreiben die Ausstellungsmacher als „einzigartiges intellektuelles Biotop“. An die besondere Atmosphäre erinnerten sich auch ehemalige Mitarbeiter wie Igor Klatzo, dem es als „Zauberberg“ erschien. Nach dem Krieg gründete Reifenberg 1945 „Die Gegenwart“, die meistgelesene Zeitschrift bis zur Gründung der frühen Bundesrepublik, und wurde 1959 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Auf seine Neustädter Zeit blickte er in der Schrift „Oskar Vogt – Meine Konfrontation mit der Naturwissenschaft“ zurück. Die Ausstellung ist Teil des Angebots der Deutschen Digitalen Bibliothek und wurde 2025 im Jubiläumsjahr der Stadt Neustadt gestaltet.

Link: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/reifenberg-hirnforschungsinstitut-titisee-neustadt


Save the date: Nach der Künste am 18.04.2026

Nach über 20 erfolgreichen Jahren NACHT DER MUSEEN findet am 18. April 2026 erstmals die Düsseldorfer NACHT DER KÜNSTE statt.

Im Cécile & Oskar Vogt-Archiv (Himmelgeister Straße 103, 40225 Düsseldorf) können Besucher sich auf eine einzigartige Einsicht in der Welt der Hirnforschung gefasst machen. Die Ausstellung umfasst Hirnschnitte, Bilder, Graphiken und Zeichnungen und gibt einen Einblick in die Hirnforschung des 20. und 21. Jhd. Auf dem Programm stehen die Führung einer Gastwissenschaftlerin und Vorträge über den Nutzen von historischen Sammlungen in der modernen Hirnforschung. Dazu wird die Graphiksammlung „Mensch und Tod“ der Universität präsentiert. Für diejenigen, die etwas über das Gehirn und seine Funktion lernen wollen, wird ein Workshop über dessen Anatomie angeboten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite


Nachruf Prof. Rita Süssmuth

Mit großer Trauer haben wir vom Tod der ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süssmuth erfahren.

Im Januar 2023 durften wir sie als Ehrengast bei der Eröffnung des neuen Vogt-Archivs in der Himmelgeisterstraße begrüßen. Ihr Besuch war nicht nur eine besondere Ehre, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für das Archiv und seine Bedeutung für die Wissenschaft.

In den Monaten nach ihrem Besuch zog die Sammlung von Cécile und Oskar Vogt schrittweise an ihren neuen Standort, wurde digitalisiert und so einem breiteren Kreis an Forschenden zugänglich gemacht.

Diese Digitalisierung bildet die Grundlage, um die historischen Hirnkartierungen der Vogts in die modernen Hirnatlanten des 21. Jahrhunderts einzubetten – und so das Vermächtnis eines ganzen Jahrhunderts neurologischer Forschung weiterzutragen.

Rita Süssmuths Engagement für Wissenschaft, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe bleibt unvergessen. Ihr Besuch und ihre anerkennenden und aufbauenden Worte waren uns ein Ansporn und begleiten unsere Arbeit im Archiv weiter.


Neu in Brain: Die Düsseldorfer Vogt-Sammlung

Im Jahr 2025 jährt sich der Geburtstag von Cécile Vogt zum 150. Mal und der von Oskar Vogt zum 155. Mal. Im renommierten Journal Brain beleuchtet Institutsdirektorin Katrin Amunts aus diesem Anlass das Erbe der Vogts, ihre wissenschaftliche Sammlung und ihren Nachlass im Vogt-Archiv. Das Fazit: beide stellen eine wertvolle Ressource für Forschungsarbeiten in einem breiten Spektrum dar, das von den Grundlagenwissenschaften über die Medizin bis hin zu historischen und ethischen Fragestellungen reicht. Die einzigartige Sammlung wird nun vollständig erschlossen und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht – als Quelle und Impulsgeber für zukünftige Forschungsprojekte. 

Katrin Amunts, The Vogt Collection: reactivating a treasure facilitating brain research, neurology and psychiatry, Brain, 2025; awaf365, https://doi.org/10.1093/brain/awaf365 


NRW-Akademie: Hirnforschung, Medienkunst und Literatur im Dialog

„Zwischen Bild und Sprache – Denken in der telematischen Gesellschaft“ – unter diesem Titel hatte die NRW- Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf am Dienstag, 25. November 2025, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend eingeladen. Nach einem Impulsvortrag von Prof. Katrin Amunts folgte ein langes Gespräch, an dem neben der Hirnforscherin die Schriftstellerin Marion Poschmann und der Medientheoretiker Prof. Siegfried Zielinski teilnahmen. Moderiert wurde der Abend von Mischa Kuball, Künstler und Professor für Medienkunst.

Weitere Informationen finden Sie hier


Warum zwei Pioniere der Hirnforschung nie den Nobelpreis erhielten

Ein neuer Artikel in Frontiers in Neuroanatomy befasst sich mit dem wissenschaftlichen Vermächtnis von Cécile und Oskar Vogt. Ihre gemeinsame Arbeit prägte die moderne Hirnforschung – den Nobelpreis erhielten sie jedoch nie, trotz zahlreicher Nominierungen. Die Autoren Nils Hansson, Heiner Fangerau, Fabio De Sio, Ursula Grell und Katrin Amunts stützen sich auf Archivquellen des Nobel Forums in Schweden und des Vogt-Archivs in Düsseldorf, um nachzuvollziehen, warum das Forscher-Ehepaar über Jahrzehnte hinweg immer wieder nominiert wurde, das Nobelpreiskomitee sich jedoch stets anders entschied. Der Artikel reflektiert auch darüber, wie die Arbeit der Vogts in der modernen Neurowissenschaft weiterlebt. Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit von Forscher:innen des C. u. O.-Vogt Instituts für Hirnforschung, des Vogt-Archivs und des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Düsseldorf.
https://www.frontiersin.org/journals/neuroanatomy/articles/10.3389/fnana.2025.1679993/full 

Nils Hansson, Heiner Fangerau, Fabio De Sio, Ursula Grell and Katrin Amunts (2025). Pioneers of modern brain research—Cécile and Oskar Vogt and the Nobel Prize. Front. Neuroanat. 19:1679993. doi: https://doi.org/10.3389/fnana.2025.1679993

 


Neurowissenschaft in der Jahresausstellung der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste

In der Ausstellung „Überzeichnung“ der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste werden derzeit Exponate aus der aktuellen Hirnforschung sowie aus den historischen Beständen des Cécile und Oskar Vogt-Archivs präsentiert.

Die Jahresausstellung der Akademie befasst sich mit dem Medium der Zeichnung in Wissenschaft und Kunst. Unser Institut hat historische Hirnkartierungen Oskar Vogts und heutige dreidimensionale Atlas-Kartierungen sowie das automatische Zell-Labeling mit dem hier entwickelten KI-Verfahren CellDetection beigetragen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Dezember im Gebäude der Akademie (Palmenstraße 16, 40217 Düsseldorf) zu sehen und kann im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen besucht werden. Im Begleitprogramm hält Institutsdirektorin Prof. Katrin Amunts am Dienstag, 25. November 2025, einen Vortrag, auf den eine Diskussion mit dem Medientheoretiker Prof. Siegfried Zielinski und der Schriftstellerin Marion Poschmann folgt. Der Abend steht unter dem Motto "Zwischen Bild und Sprache - Denken in der telematischen Gesellschaft”.


Neu: WDR-Podcast zu Hirnforscher Oskar Vogt

„Oskar Vogt: die Vermessung des Gehirns“ ist der Titel der Folge in der Podcast-Reihe „WDR Zeitzeichen“, die zum 155. Geburtstag des Hirnforschers am 6. April 2025 erschienen ist. Autorin Daniela Wakonigg skizziert darin Leben und Leistung Vogts und seiner Frau Cécile, die auch durch ihre gemeinsame Forschungsarbeit über Jahrzehnte eng miteinander verbunden waren. Zu Wort kommen dabei Prof. Katrin Amunts, Direktorin des Cécile und Oskar Vogt-Instituts für Hirnforschung am Uniklinikum Düsseldorf und des Jülicher Instituts für Funktionelle und strukturelle Organisation des Gehirns (INM-1) sowie Dr. Manuel Marx, wissenschaftlicher Koordinator des Vogt-Archivs. In dem 15minütigen Podcast geht es unter anderem darum, wie die Vogts zu Pionieren der Lokalisationslehre in der Hirnforschung wurden und zu welchem Ergebnis sie nach der Untersuchung von Lenins Gehirn kamen. Gestreift werden auch das Schicksal der beiden Forschenden in der Zeit des Nationalsozialismus und die weitere gemeinsame Arbeit in ihrem privaten Forschungsinstitut am Titisee. Schließlich wirft der Podcast Schlaglichter auf den Umzug und die fortlaufende Digitalisierung des Archivs des Forscherpaares am Düsseldorfer Institut. Bildnachweis: Picture Alliance/Ullstein-Bild, Autor: Erhard Zeiss

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-oskar-vogt-100.html


Hirnforschung in neuer Dauerausstellung des Senckenberg-Naturmuseums

Ein Interview zur aktuellen Hirnforschung und zum Jülich Brain Atlas mit Prof. Katrin Amunts, Direktorin des Cécile und Oskar Vogt-Instituts für Hirnforschung am Universitätsklinikum Düsseldorf und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie des Instituts für Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1) am Forschungszentrum Jülich, ist Teil der neuen Dauerausstellung „Gehirne“, die jetzt im Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt eröffnet wurde. Das Museum zeigt auf 200 Quadratmetern über 120 Exponate zum Thema Gehirne von Menschen und Tieren – ihrer Vielfalt, evolutionären Entwicklung und Veränderung im Lauf des Lebens. Aus dem Cécile und Oskar Vogt-Institut in Düsseldorf stammen Modelle von Nervenzellen, gefärbte Schnitte von Gehirn und Rückenmark und eine Zeichnung von Zellschichten.

Weitere Informationen finden Sie hier


Neurophilosophie-Seminar zu Gast im Vogt Archiv

Am 20. Juni 2023 empfing das Vogt-Archiv Gäste vom Augustana College, Illinois, USA. Der von der Philosophin Heidi Storl und dem Neurowissenschaftler Ian Harrington geleitete Kurs von zwölf Studierenden besuchte auch  das Institut für Neurowissenschaften und Medizin und Jülich Supercomputing Center des Forschungszentrum Jülich.

Einführungen in die beiden wissenschaftlichen Archive gaben Direktorin Katrin Amunts und Archivarin Caroline Laperrouze (C. u. O. Vogt-Institut für Hirnforschung am UKD) sowie Fabio de Sio und Ulrich Koppitz (Eccles-Archiv, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der HHU).

Wir bedanken uns für den Besuch und die interessanten Diskussionen!

Neue Publikation untersucht Einfluss der Vogts auf die Epileptologie

In der Fachzeitschrift Clinical Epileptology ist ein fachgeschichtlicher Artikel über den Einfluss der Forschungen Cécile und Oskar Vogts auf das Verständnis epileptogener Strukturen im Gehirn erschienen. Anhand historischer Quellen aus dem Vogt-Archiv und Beschreibungen ihrer jahrzehntelangen Arbeiten zur Architektur und Funktion des Zentralnervensystems wird erläutert, wie diese Forschung Grundsteine für die moderne Epileptologie legte – auch wenn sie selbst die Epilepsie nicht direkt untersuchten.

Kasper, B.S. Cécile & Oskar Vogt: Leben, Werk und ihr Beitrag zur Epileptologie. Clin Epileptol 38, 122–131 (2025). https://doi.org/10.1007/s10309-024-00666-9 


Einzigartige Gehirnsammlung wird digitalisiert: Empfang im Cécile und Oskar Vogt Archiv

Oskar und Cécile Vogt waren frühe Pioniere der Kartierung des Gehirns. In den sechs Jahrzehnten ihres Wirkens leisteten sie bedeutende Beiträge zum Verständnis der Gehirnorganisation und zur Entwicklung der Hirnforschung als Wissenschaft. Das C.&O. Vogt Archiv enthält den umfangreichen Nachlass des Forscherehepaars.

Zum Auftakt der digitalen Erschließung des Archivs lädt Hirnforscherin und Institutsdirektorin Prof. Katrin Amunts zu einem Empfang im neuen Gebäude in der Düsseldorfer Himmelgeisterstraße ein. Geladen sind die Mitarbeiter:innen des C.&O. Vogt Institut für Hirnforschung, Vertreter:innen der Medizinischen Fakultät, des Instituts für Wissenschaftsgeschichte der Medizin, der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V., sowie die Kuratoriumsmitglieder und Stifter:innen der Cécile und Oskar Vogt Stiftung.

Das Cécile und Oskar Vogt Institut für Hirnforschung an UKD und HHU steht in der Tradition der von den Vogts betriebenen Forschungen und beschäftigt sich mit der Frage nach den grundlegenden Organisationsprinzipien und Funktionen des menschlichen Gehirns, insbesondere der Hirnrinde und ihrer Abhängigkeit von verschiedenen inneren und äußeren Einflüssen.

Termin:

Dienstag, den 10. Januar 2023 um 16 Uhr

in der Himmelgeister Straße 103-105 in 40225 Düsseldorf

Kontakt: Caroline Laperrouze, wissenschaftliche Archivarin calap101@hhu.de


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