Erkrankungen der Aorta werden in einer alternden Bevölkerung zunehmend häufiger und sind von hoher gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Aortenaneurysmen und –dissektionen sind schwerwiegende Erkrankungen, deren Entstehung und Therapie bislang nur unzureichend erforscht ist.

Die Arbeitsgruppe "Aortic Lesions" untersucht die Pathophysiologie dieser Erkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erforschung von Pathomechanismen etablierter Risikofaktoren, wie Alter, Bluthochdruck und Nikotinabusus. Neben grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen werden auch innovative Therapien und diagnostische Ansätze verfolgt. Ein Netzwerk von nationalen und internationalen Wissenschaftlern schafft ein stabiles Fundament, das es uns ermöglicht, gewonnene Erkenntnisse zu teilen und das Wissen über krankheitsspezifische Vorgänge zu vertiefen. Das übergeordnete Ziel unserer Arbeitsgruppe besteht in der Translation experimenteller Erkenntnisse in den klinischen Alltag.

Das abdominelle Aortenaneurysma zeichnet sich durch eine progrediente Destruktion der Aortenwand aus. Die Fragmentierung von Elastin durch eine erhöhte Expression (obere Reihe rechts, rote Fluoreszenz) und Aktivität (untere Reihe rechts, grün-blaue Fluoreszenz) von Matrix-Metalloproteinasen (MMP) führt zu einer Zunahme der Aorten Steifigkeit und treibt die Zunahme des Aortendiameters. Dieser Prozess wird durch eine chronische Inflammation bedingt und durch Nikotin beschleunigt. Die meisten abdominellen Aortenaneurysmen bergen einen intraluminalen Thrombus, dem aus mechanischen und molekularbiologischen Aspekten besondere pathophysiologische Bedeutung zukommt.

Die Aortendissektion entsteht durch einen Einriss der innersten endothelialen Zellschicht. Hier vermitteln "adherens junctions" (links, gelbe Fluoreszenz) die mechanische Stabilität, die durch Rauchen (Nikotin) und Bluthochdruck (Angiotensin II) supprimiert werden. Sukzessiv kommt es nach dem Einriss der Endothelzellschicht zu einer Lazeration der Aortenwand. Durch den Stabilitätsverlust besteht langfristig die Gefahr eines Dissektionsaneurysma mit potenzieller Rupturgefahr. Nicht-kodierende RNA Abschnitte sind potente intrazelluläre Regulatoren, die bedeutenden Einfluss auf die Proteinsynthese nehmen. Sie versprechen ein großes therapeutisches Potenzial und sind einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte molekularbiologischen Aspekten besondere pathophysiologische Bedeutung zukommt.

Medizinische Doktoranden (experimentell):

cand.med. Verena von Berg - antiinflammatorische Therapie des AAA

 

Medizinische Doktoranden (klinisch):

cand. med. Laura Costanza - Outcome nach fEVAR/bEVAR

cand. med. Franziska Garcon - Aortengeometrie bei Dissektionen

cand. med. Justus Sehl - Der intraluminale Thrombus im AAA

 

Masterstudenten:

Lisa Mokros B. Sc. - Einfluss von Exosomen auf das AAA

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