Forschungs-Arbeitsgruppe "Wound & Perfusion"

Bis zu 3 Millionen Menschen in Deutschland entwickeln oder erleiden jährlich eine Wunde. Fast eine Million dieser Wunden heilen dabei nicht adäquat innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne ab (für gewöhnlich ≤ 8 Wochen) und sind damit chronisch. Eine steigende Prävalenz sog. „Lifestyle“-Erkrankungen (Diabetes mellitus, Adipositas, Atherosklerose, u.a.) und eine demographisch ältere Bevölkerung, begünstigen die zunehmende Entstehung und Aggravierung chronischer nicht-heilender Wunden. Diese stellen eine enorme physische und psychische Belastung für Patientinnen und Patienten dar. Im schlimmsten Fall führen sie zu gravierenden Gewebedefekten im Rahmen mikro- und makroangiopathischer Affektion. Hieraus resultiert häufig die Notwendigkeit von Minor- oder Majoramputationen (partieller oder totaler Extremitätenverlust), prolongierte Hospitalisierung sowie eine stark erhöhte Morbidität und Mortalität.

Ein wesentlicher Aspekt in der Heilung chronischer Wunden und biomolekularen Geweberegeneration ist die adäquate makro- sowie mikrozirkulatorische Perfusion. Dabei stehen die makroskopische Gefäß-Revaskularisation ebenso wie die lokale Gefäßneubildung (Neovaskularisation) gleichermaßen im Fokus. Insbesondere die therapeutische Verbesserung der Gewebeperfusion durch lokale Angio- und Vaskulogenese mittels strukturiertem Gehtraining, der Einfluss (positiv/negativ) von Lokaltherapeutika im Rahmen der Wundheilung (z.B. Hämostyptika, Antiseptika) sowie objektive prognostische und diagnostische Parameter und Methoden (Scores, moderne Bildgebung, Biomarker) im Rahmen des modernen Wundmanagements und „Limb Salvage“-Strategien (Extremitätenerhalt) stehen für unsere Arbeitsgruppe dabei im Vordergrund.

Aufgrund der hohen Relevanz, engen Verzahnung und Interdisziplinarität der Themengebiete „Wundheilung/Geweberegeneration“, „Perfusion“ und „Limb Salvage“ mit komplexen Facetten  auf allen Ebenen der Forschung (experimentell-biomolekular, praxisorientiert klinisch, Versorgungsforschung, etc.), strebt unsere Arbeitsgruppe einen translationalen, synergistischen Forschungsansatz über die Ebenen der verschiedenen Praxis- und Forschungsgebiete hinweg an.

Kooperationen und gemeinsamen Projekten aus akademischen, klinischen und industriellen Kontexten stehen wir immer gerne offen gegenüber und können nicht nur ein breites klinisch-experimentelles Portfolio bieten, sondern freuen uns auch immer über neue spannende Forschungsfragen im Bereich der Wundheilung, Geweberegeneration und Perfusion.

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