Immunmechanismen neurologischer Erkrankungen (AG Goebels)

Univ.-Prof. Dr. med. Norbert Goebels

Forschungsschwerpunkte

B-Lymphozyten und CD8+ Killer-T-Zellen spielen bei neurologischen Autoimmun-erkrankungen offenbar eine besondere Rolle: So sind z.B. die von expandierten B- und Plasma-Zell-Klonen produzierten Antikörper, die typischerweise im Liquor von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und anderen chronisch-entzündlichen ZNS-Erkrankungen als sogenannte "oligoklonale Banden" nachweisbar sind, seit langem bekannt. Dennoch ist deren Relevanz für die Erkrankung selbst ungeklärt. Mit Hilfe rekombinanter Antikörper-Technologie konnten wir die Antigenspezifität dieser expandierten Liquor-B-Zell-Klone experimentell nachbilden (1, 4, 8) und arbeiten nun an der Entschlüsselung der von ihnen erkannten molekularen Zielantigene.

Andererseits haben wir klonal expandierte CD8+ Killer-T-Zellen direkt im Hirngewebe und im Liquor von MS-Patienten (11), aber auch z.B. im Muskelgewebe von Patienten mit Polymyositis (PM) nachgewiesen (12). In einem Modelsystem mit lebenden Hirngewebeschnitten (9) konnten wir die Interaktion dieser Killer-T-Zellen mit lebendem Hirngewebe direkt beobachten: Obwohl die Killerzellen gegen ein Zielantigen in der Myelin-Hülle der Nervenfasern gerichtet waren, zerstörten sie (im Unterschied zu Myelin-spezifischen Antikörpern (4)) nicht nur die Myelinschicht, sondern auch die Nervenfasern darin (2, Abb. 1+2). Dieser Mechanismus der "Kollateral-Schädigung" könnte auch für die Entstehung des gefürchteten axonalen Schadens im Nervensystem von MS Patienten eine wichtige Rolle spielen.


    Sämtliche Publikationen von Univ.-Prof. Dr. med. Norbert Goebels via PubMed

Nach oben

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns