Hüftdysplasie


Bei der angeborenen Hüftdysplasie handelt es sich um eine Reifungsstörung der Gelenkpfanne (Hüftdysplasie), die in schweren Fällen dazu führen kann, dass der Hüftkopf aus der Pfanne gleitet (Hüftluxation).

Die Diagnose wird durch eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks gestellt, die im Rahmen der U3-Untersuchung regelmäßig durchgeführt wird. Die Therapie richtet sich nach der Ausprägung des Befundes sowie dem Alter des Kindes. In leichten Fällen kann durch eine Spreizhose eine Ausreifung erzielt werden. Bei luxierten Gelenken muss der Kopf zunächst schonend wieder in die Pfanne gebracht werden (Reposition), was häufig nur im Rahmen einer stationären Behandlung möglich ist. Dabei wird durch einen kontinuierlichen Zug der Beinchen der Hüftkopf wieder in das Gelenk zentriert (Overhead-Extension).

Anschließend wird ein Becken-Bein-Gips in Sitz-Hock-Position (Fettweisgips) angelegt, damit das Pfannendach nachreifen kann und ein stabiles und belastungsfähiges Hüftgelenk entsteht. Durch eine Kernspintomographie des Hüftgelenkes im Gips stellen wir sicher, dass zum Zeitpunkt der Gipsanlage der Hüftkopf gut in der Pfanne zentriert steht.

Sobald der Hüftkopf nach Schrumpfung der Gelenkkapsel stabil in der Gelenkpfanne steht, kann die weitere Nachreifung der Gelenkpfanne mit einer Beuge-Spreizschiene erfolgen. In Abhängigkeit vom Alter des Kindes verwenden wir entweder eine Tübinger Hüft-Beugeschiene oder eine Hoffmann-Daimler-Laufschiene.

Die gesamte Behandlung erfordert insbesondere von den Eltern viel Geduld, um das Risiko von Komplikationen wie z.B. eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfs (Hüftkopfnekrose) zu minimieren. Um sicher zu gehen, dass während des Wachstums sich die Hüftgelenkspfanne weiterhin regelrecht entwickelt, empfehlen wir regelmäßige ambulante Kontrolluntersuchungen bis zum Ende des Wachstums.

Sollte durch konservative Maßnahmen der Hüftkopf bei einer Hüftluxation nicht rezentriert werden können, ist eine operative Einstellung des Hüftgelenks erforderlich. In manchen Fällen kommt es zu keiner ausreichenden Nachreifung der Hüftgelenkspfanne oder aber im weiteren Wachstum kommt es erneut zu einem Entwicklungsrückstand. Zur Verbesserung der Überdachung des Hüftkopfes ist dann eine Operation erforderlich. Dabei wird die Pfanne über den Hüftkopf geschwenkt, dazu wird der Beckenknochen entweder an einer Stelle (z.B. Beckenosteotomie nach Salter) oder an 3 Stellen (Triple-Osteotomie) durchtrennt. Manchmal ist zusätzlich auch eine Operation am Oberschenkel-Knochen erforderlich. Diese Eingriffe werden in unserer Abteilung regelmäßig durchgeführt.

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