Labor und institutionelle Infrastruktur

Die Labore und technischen Einrichtungen des Instituts bilden die Grundlage für alle Forschungs-, Diagnose- und Ausbildungsaktivitäten in Asella. Sie decken das Spektrum von der routinemäßigen klinischen Diagnostik bis hin zur Echtzeit-Genomsequenzierung von Krankheitserregern ab und stehen Partnerinstitutionen für gemeinsame Projekte zur Verfügung.

Die Kernkompetenzen im Überblick:

  • Moderne Mikrobiologie
  • Serologie und klinische Chemie (z. B. COBAS e411)
  • Echtzeit-PCR (QIAGEN Rotor-Gene Q-System)
  • GeneXpert-System
  • Oxford-Nanopore-Sequenzierung
  • Transportkapazitäten für den Feldeinsatz
  • Datenmanagement-Team
  • Abteilung für Verwaltung und Finanzmanagement
  • Telemedizinische Einrichtungen
  • Biorepositorium bei -80 °C mit Notstromversorgung 

Labor und institutionelle Infrastruktur

Molekulardiagnostik:

Das Herzstück von GHIDA ist das hochmoderne Labor für Molekulardiagnostik, das mit fortschrittlichen Technologien ausgestattet ist, darunter:

  • Echtzeit-PCR (QIAGEN Rotor-Gene Q-System)
  • GeneXpert-System
  • Oxford-Nanopore-Sequenzierung
  • Gelelektrophorese

Diese Plattformen ermöglichen den sensitiven Nachweis und die molekulare Charakterisierung viraler, parasitärer und bakterieller Krankheitserreger. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Bewertung innovativer Diagnosemethoden zur schnellen Identifizierung von Krankheitserregern sowie zum Nachweis antimikrobieller Resistenzmechanismen. Auf diese Weise trägt GHIDA zur Verbesserung der Patientenversorgung und zur Stärkung der Diagnostik von Infektionskrankheiten in ressourcenbeschränkten Gesundheitssystemen bei. 

Next-Generation-Sequencing-Plattform (NGS) 

GHIDA betreibt eine hochmoderne NGS-Plattform auf Basis der Oxford-Nanopore-Technologie. Diese Infrastruktur ermöglicht genomische Analysen in Echtzeit und bildet die Grundlage für Präzisionsdiagnostik, molekulare Überwachung und innovative Forschung im Bereich der Infektionskrankheiten.

Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen gehören: 

  • Echtzeit-Gesamtgenomsequenzierung von viralen, bakteriellen und parasitären Erregern
  • Schnelle Untersuchung von Ausbrüchen und Nachverfolgung der Übertragung (Pandemievorsorge)
  • Amplikonsequenzierung für gezielte Genomregionen (z. B. HIV-Resistenzmutationen, AMR-Marker)
  • Metagenomische und zellfreie DNA-Sequenzierung
  • Mobile Sequenzierungsworkflows für den Feldeinsatz und ressourcenarme Umgebungen
  • Bioinformatik-Pipelines für Genom-Assemblierung, Variantenanalyse und Phylogenetik 

Diese Plattform positioniert GHIDA als regionales Zentrum für genomische Überwachung, fortschrittliche Diagnostik von Infektionskrankheiten und die schnelle Untersuchung von Ausbrüchen. Gleichzeitig dient die Plattform als Grundlage für internationale Forschungskooperationen und den Aufbau lokaler Fachkompetenz in den Bereichen Genomik und Bioinformatik. 

Labor für klinische Mikrobiologie

Das klinisch-mikrobiologische Labor verfügt über ein automatisiertes BAC/ALERT-Blutkultursystem zum Nachweis von Blutbahninfektionen und zur hochwertigen Isolierung von Bakterien. Es erstellt zudem Profile zur Antibiotikaresistenz, um eine gezielte Therapie zu ermöglichen. 

Abteilung für Parasitologie

Die Abteilung für Parasitologie bietet moderne Diagnosemethoden zum Nachweis parasitärer Infektionen. Neben In-vitro-Kulturen für Plasmodium falciparum nutzt die Abteilung mikroskopische und molekulare Methoden sowie etablierte Konzentrations- und Färbetechniken, darunter auch solche zum Nachweis von Cryptosporidium spp.

Hämatologie und klinische Chemie

GHIDA bietet umfassende hämatologische und klinisch-chemische Untersuchungen zur Unterstützung klinischer Entscheidungsfindung, Forschungsaktivitäten und der Patientenüberwachung an. Diese diagnostischen Möglichkeiten ermöglichen die Beurteilung der Organfunktion, den Nachweis und die Charakterisierung von Krankheitsprozessen sowie die Bewertung des Behandlungsansprechens im Zeitverlauf. 

Immunologie und Hormondiagnostik

Der Roche COBAS e 411-Analyzer führt automatisierte Immunassays zur Messung von Hormonen, Infektionsmarkern und immunologischen Parametern durch. Die Plattform unterstützt sowohl die klinische Diagnostik als auch wissenschaftliche Forschungsprojekte. 

Telemedizin

Im Rahmen des STAIRS-Projekts wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen GHIDA und der Charité Berlin eine Telemedizin-Infrastruktur in Asella und Addis Abeba aufgebaut. Im Juli 2025 führte Dr. Wiltrud Abels von der Charité Berlin gemeinsam mit dem GHIDA-Team die erste Implementierungsphase der Telemedizin-Infrastruktur durch. Dazu gehörte die Festlegung der technischen Voraussetzungen, einschließlich der Installation von iPads und mobilen Telemedizin-Arbeitsplätzen. Gleichzeitig fanden Schulungen für das medizinische Personal auf den Intensiv- und Notfallstationen des Asella Referral and Teaching Hospital sowie auf der Intensivstation des St. Paul’s Hospital in Addis Abeba statt.

Nach der vollständigen Inbetriebnahme der technischen Ausrüstung im August 2025 führte das GHIDA-Team eine zweite Schulungsphase durch, verbunden mit den ersten praktischen Tests der Telemedizinverbindung und der klinischen Zusammenarbeit mit der Charité Berlin.

Die Plattform ermöglicht es regionalen Krankenhäusern, frühzeitig fachärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, beispielsweise in den Bereichen Intensivmedizin, Infektionskrankheiten und Antibiotic Stewardship (ABS). Dies ermöglicht bessere Behandlungsentscheidungen, eine gezieltere Koordination von Patiententransporten sowie eine nachhaltige Stärkung der Versorgung kritisch kranker Patienten.

Übergeordnete Wirkung

Mithilfe modernster Diagnostik, innovativer Sequenzierungstechnologien und eines interdisziplinären Teams vereint das GHIDA klinische Versorgung, Forschung und Ausbildung unter einem Dach. Auf diese Weise stärkt das Institut nachhaltige lokale Kapazitäten, verbessert die Patientenversorgung und leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Forschung im Bereich der globalen Gesundheit. 

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