ISAVE – Verbesserung der Sepsisdiagnostik bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen in zwei äthiopischen Universitätskliniken

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Komplikation schwerer Infektionen und wird in ressourcenarmen Gesundheitssystemen oft zu spät diagnostiziert. Das ISAVE-Projekt (“Improving Sepsis Diagnosis in Vulnerable Populations in Two Ethiopian University Hospitals”) ist eine gemeinsame Initiative des Universitätsklinikums Düsseldorf, GHIDA, des Asella Referral and Teaching Hospitals und des Jimma University Medical Center. Das im Juni 2025 genehmigte Projekt befindet sich seit März 2026 nach einer anfänglichen Vorbereitungsphase in der operativen Umsetzungsphase. Ziel des Projekts ist es, die Diagnose und Behandlung von Sepsis bei besonders gefährdeten Patientengruppen, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren und bei Menschen mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung, nachhaltig zu verbessern.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einführung von innovativem, nanoporenbasiertem Next-Generation-Sequencing (NGS) zur schnellen und umfassenden Identifizierung von Erregern direkt aus Blutproben. Diese moderne Diagnosemethode soll die rechtzeitige Erkennung von Erregern verbessern und eine gezielte antimikrobielle Therapie ermöglichen.

Gleichzeitig werden Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC), insbesondere auf neonatologischen Intensivstationen, umgesetzt. Dazu gehören Schulungen für medizinisches Personal, die Stärkung der Hygienestandards sowie die Verbesserung des Zugangs zu Handdesinfektionsmitteln. Darüber hinaus werden Strukturen für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika (Antibiotic Stewardship) aufgebaut, um den rationellen Einsatz von Antibiotika zu fördern und der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

Durch den Aufbau lokaler Fachkompetenz, die Durchführung gemeinsamer Schulungsinitiativen und die Förderung eines kontinuierlichen wissenschaftlichen Austauschs zwischen äthiopischen und deutschen Partnern schafft ISAVE nachhaltige Kapazitäten für eine verbesserte Sepsisversorgung und dient als Vorbild für innovative Diagnosestrategien in ressourcenbeschränkten Gesundheitssystemen.

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