EpiGen Äthiopien: Aufbau von skalierbaren genomischen Epidemiologiedaten bezüglich äthiopischer Pathogene
Die wachsende Zahl von Epidemien weltweit stellt die öffentliche Gesundheit vor immer größere Herausforderungen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Umso wichtiger ist die zeitnahe Erhebung genetischer Daten zu Erregern für die Früherkennung und gezielte Überwachung von Ausbrüchen sowie für die Umsetzung wirksamer Maßnahmen.
Das Projekt EpiGen Ethiopia, welches vom EDCTP-Programm der Europäischen Union finanziert wird, zielt darauf ab, die Diagnose und Überwachung von Ausbrüchen in Äthiopien mithilfe von Next-Generation-Sequencing (NGS) deutlich zu verbessern. Ziel ist es, mithilfe moderner molekularer Methoden eine schnelle und fundierte Reaktion auf Infektionskrankheiten zu ermöglichen.
Unter Beteiligung von drei EU-Partnerländern und acht äthiopischen Partnerinstitutionen, darunter GHIDA und das Ethiopian Public Health Institute (EPHI), verfolgt das Projekt die folgenden Hauptziele:
- Aufbau von Labor- und Sequenzierungskapazitäten an den teilnehmenden Einrichtungen
- Durchführung von Echtzeit-Genomsequenzierungen während Ausbrüchen
- Entwicklung digitaler Tools für die schnelle Datenanalyse, -visualisierung und den Datenaustausch
- Schulung von medizinischem und wissenschaftlichem Personal
- Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheitsbehörden zur Umsetzung gezielter Maßnahmen
- Forschung zur Evolution, Resistenz und zu den Übertragungswegen von Krankheitserregern
- Erstellung von Leitlinien für die Nutzung genomischer Daten im Kontext der öffentlichen Gesundheit
Erste Erfolge zeigen das Potenzial dieser neuen Infrastruktur: Während eines Masernausbruchs in Asella im Jahr 2024 wurden erstmals Genomdaten erhoben und analysiert. Weitere Studien konzentrieren sich unter anderem auf HIV-bezogene Themen und antimikrobielle Resistenzen.
EpiGen Ethiopia stärkt damit die Grundlagen für eine moderne, datengestützte Überwachung von Infektionskrankheiten und leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge für künftige Epidemien in Äthiopien und Subsahara-Afrika.
Masern-Projekte: MiniMev Ethiopia
MiniMev Ethiopia (Minimal-Infrastructure Nanopore-based Investigation of Measles Virus)
Masern stellen in Äthiopien nach wie vor eine erhebliche Herausforderung dar, da wiederkehrende Ausbrüche insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen betreffen. GHIDA unterstützt die nationale Ausbruchsbekämpfung durch die molekulare Charakterisierung von Masernviren mittels Sequenzierung.
Die gewonnenen Genomdaten ermöglichen die Analyse von Übertragungswegen, die Identifizierung zirkulierender Viruslinien und die Verbesserung der epidemiologischen Überwachung. Dies ermöglicht eine gezieltere Unterstützung von Impfstrategien und Maßnahmen zur Ausbruchsbekämpfung.