SALIVA-STRIKE

SALIVA-STRIKE untersucht die Frage, wie Speichel die Zellen der unteren Atemwege schädigt und welche zellulären Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Chronische Speichelaspiration stellt insbesondere bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen ein relevantes klinisches Problem dar und kann zu wiederkehrenden Infektionen, chronischer Entzündung und strukturellen Lungenschäden führen.

Bisher ist unzureichend verstanden, wie Speichel auf das Atemwegsepithel wirkt und welche zellulären Prozesse zur Schädigung der Lunge beitragen. Insbesondere fehlen standardisierte experimentelle Modelle, die die spezifischen Bedingungen der kindlichen Speichelaspiration realistisch abbilden.

In diesem experimentellen Forschungsprojekt wird ein standardisiertes in-vitro-Modell entwickelt, um dosis- und zeitabhängige Effekte von Speichel auf bronchiale und alveolare Epithelzellen systematisch zu untersuchen. Ziel ist es, grundlegende pathophysiologische Mechanismen der speichelinduzierten Schädigung der unteren Atemwege zu charakterisieren und eine belastbare Grundlage für zukünftige translational orientierte Studien zu schaffen.

Aktuell wird das Modell mithilfe von Speichelproben gesunder Kinder etabliert. Interessierte Spenderinnen und Spender im Alter von 3 bis 17 Jahren sowie deren Sorgeberechtigte können sich bei Interesse gerne an das Studienteam wenden.

Das Projekt wird an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf durchgeführt. Studienleiterin ist Dr. med. Nadine Freitag. Die experimentellen Analysen erfolgen in Kooperation mit der Uniklinik Köln.

Studienunterlagen:

Informierte Einwilligung Sorgeberechtigte

Informierte Zustimmung 16-17 Jahre

Informierte Zustimmung 11-15 Jahre

Informierte Zustimmung 6-10 Jahre

Studienprotokoll

Status: laufend (Start 2026)

Studienregister: Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS), Registrierungsnummer DRKS00039450


PED-BROS

Die Forschungsstudie „PED-BROS“ (Vergleich von Anästhesieverfahren bei der flexiblen Bronchoskopie und bronchoalveolären Lavage in der Pädiatrie) ist eine randomisierte, kontrollierte Studie (RCT), die zwei verschiedene Methoden zur Durchführung der Bronchoskopie bei Kindern vergleicht. Dabei stehen der nasale Zugang des Endoskops beim spontan atmenden Kind und die Verwendung einer Larynxmaske im Mittelpunkt.

Die Studie hat mehrere Ziele. Zum einen soll untersucht werden, ob die Larynxmaske, die als Atemwegssicherung dient, die Sicherheit und Durchführbarkeit der Bronchoskopie beeinflusst und wie sie sich auf den Einsatz von venösen Sedierungsmedikamenten auswirkt. Zum anderen soll erforscht werden, ob das Endoskop, wenn es durch die Nase eingeführt wird und dabei Kontakt mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege hat, Keime aus diesen oberen Bereichen in die unteren Atemwege verschleppt. Dies könnte potenziell das Ergebnis von Tests beeinflussen, die auf Erreger in der bronchoalveolären Spülflüssigkeit abzielen.

Durch die „PED-BROS“-Studie erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse darüber, welches Sedierungs- und Atemunterstützungsverfahren für die Bronchoskopie bei Kindern am besten geeignet ist. Darüber hinaus soll die Studie helfen, mögliche Risiken durch die unterschiedlichen Zugangswege zu erkennen und zu minimieren. Damit trägt die Studie dazu bei, sicherere und effektivere Methoden für die Durchführung von Bronchoskopien im Kindesalter zu entwickeln.

Status: geplant

Studienregister: DRKS (DRKS00033349)

Kontakt: Medizinische Doktorandin cand. med. Clara Wiegand (Clara.Wiegand@uni-duesseldorf.de)


Folgen der chronischen Aspiration für die kindliche Lunge - Proteomics Studie

Ziel dieser prospektiven, kontrollierten Studie ist es, die Auswirkungen kindlicher Schluckstörungen auf die Lunge umfassender zu verstehen und frühzeitig zu erkennen. Hierzu untersuchen wir zwei Gruppen von Kindern auf mögliche Veränderungen ihrer Lunge: Kinder mit und Kinder ohne diagnostizierte Schluckstörung.

Im Rahmen der klinischen Diagnostik und Therapie wird bei diesen Kindern eine Bronchoskopie durchgeführt, also eine Spiegelung der oberen und unteren Atemwege. Dabei wird die Lunge zusätzlich mit Kochsalzlösung gespült, welche anschließend wieder abgesaugt wird (Bronchoalveoläre Lavage). Diese Lavageflüssigkeit bietet wertvolle Einblicke, da sie hinsichtlich der Entzündungszellen, Keimbesiedelung und des Erscheinungsbildes der Zellen analysiert werden kann. Die für die Routine-Diagnostik nicht benötigte Lavageflüssigkeit wird für unsere Forschungsarbeit gewonnen und im Labor weiterverarbeitet.

Unser Ziel ist es, für beide Gruppen ein detailliertes Proteinprofil zu erstellen und dadurch erste Hinweise auf eine mögliche pulmonale Schädigung durch wiederholte Aspirationen zu finden. Die Messung der Proteine erfolgt mittels Flüssigchromatographie-gekoppelter Tandemmassenspektrometrie (LC-MS/MS), in Zusammenarbeit mit dem Molecular Proteomics Laboratory (MPL) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Wir hoffen durch diese Untersuchung wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu beitragen, die gesundheitlichen Auswirkungen von Schluckstörungen bei Kindern besser zu verstehen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.

Status: laufend (Start 2024)

Förderer: Forschungskommission Medizinische Fakultät Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Kontakt: Dr. med. Nadine Freitag (Nadine.Freitag@med.uni-duesseldorf.de)


Juvenile Rezidivierende Respiratorische Pappilomatose (JRRP) - Retrospektive Fallserie

Bei der juvenilen Form der rezidivierenden respiratorischen Papillomatose (JORRP) handelt es sich um eine Erkrankung der Atemwege, die sich bei Patientinnen und Patienten häufig vor dem 4. Lebensjahr manifestiert. Die Ursache der Erkrankung ist meist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) vom Typ 6 und 11. Die klinischen Symptome reichen von Heiserkeit, Husten, Dyspnoe bis zur Dysphonie.

Ein kurativer Therapieansatz für die JORRP existiert nicht. Laryngeale Papillome werden meist chirurgisch entfernt. Das Intervall zwischen den atemwegserhaltenden Operationen ist oft sehr kurz. In schwierigen Fällen muss chirurgisch ein äußerer Zugang zur Luftröhre geschaffen werden.

In dieser retrospektiven Fallserie möchten wir den Einfluss der HPV-Impfung (Gardasil) auf den Krankheitsverlauf der JoRRP untersuchen. Obwohl die Impfung bereits für die Prävention genitalter Infektionen zugelassen wird, gibt es bisher keine Evidenz in der Therapie der JoRRP. Erschwerend kommt hinzu, dass die Virustypen, die eine Infektion der Atemwege auslösen können, nicht vollzählig in der Impfung enthalten sind. Wir gehen jedoch davon aus, dass sog. Kreuzreaktionen auf ähnliche Virustypen einen therapeutischen Schutz garantieren und zu einer Symptombesserung beitragen können. 

Status: laufend (Start 2024)

Kontakt: Medizinische Doktorandin cand. med. Neele Thurau (Neele.Thurau@med.uni-duesseldorf.de)

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