Proteinbiochemie

Biochemische Lebensaltersschätzung anhand des Razemisierungsgrades von Asparaginsäure

Im Verlauf des Lebens kommt es zu einer Akkumulation von D-Asparaginsäureresten in menschlichen Proteinen (zum biochemischen Hintergrund vgl. Ritz-Timme & Collins, 2002). Wird das "Mutterprotein" früh angelegt und dann nicht mehr ausgetauscht, ist es also permanent, ist der Zusammenhang zwischen dem Razemisierungsgrad von Asparaginsäure (AAR) und dem Protein- bzw. Lebensalter außerordentlich eng. Die Bestimmung des AAR in geeigneten Proteinen und Geweben kann deshalb Basis zuverlässiger Verfahren zur Lebensaltersschätzung sein. Da diese Methode einen erheblichen analytischen Aufwand erfordert, ist sie weltweit nur in wenigen Laboren etabliert, in Deutschland nur im Institut für Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Düsseldorf.

Dentin (Zahnbein) bietet mit einem ausreichenden Gehalt an permanenten Proteinen sowie seinem vergleichsweise homogenen Aufbau Optimalbedingungen für solche Lebensaltersschätzungen (Ritz-Timme et al. 2002). Die Altersschätzung aufgrund des AAR in Dentin stellt das derzeit genaueste Verfahren zur Lebensaltersschätzung bei Erwachsenen dar; im Ausnahmefall können auch andere Gewebe untersucht werden. Diese Methode zur Altersschätzung findet ihre Indikationsbereiche im Erwachsenenalter; hier ist sie konventionellen morphologischen Methoden deutlich überlegen.

Vor Erteilung eines Gutachtensauftrages zur Lebensaltersschätzung bitten wir um Kontaktaufnahme.

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