Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. In einem frühen Stadium verursacht Brustkrebs keine Beschwerden oder Schmerzen. Veränderungen im Bereich der Brüste und Achselhöhlen wie z.B. Knoten, Verhärtungen oder Rötungen können mögliche Anzeichen sein. Acht von zehn erkrankten Frauen entdecken einen Knoten in der Brust selbst durch eine Tastuntersuchung. Schon der Verdacht auf Brustkrebs und besonders die Diagnose werfen verständlicherweise viele Fragen auf, die beantwortet werden wollen. Hier stehen wir Ihnen mit unserem ganzen Wissen zur Seite. In den Sprechstunden werden Sie von unseren Experten umfassend beraten.

Wie hoch ist mein Risiko?

Jede zehnte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens einen bösartigen Tumor der Brustdrüse. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, eine betroffene Verwandte in der Familie zu haben, entsprechend groß. Viele Frauen stellen sich daher die Frage, ob sie den Brustkrebs der Mutter, Großmutter oder Tante erben und - wenn sie selbst erkrankt sind - an ihre Töchter weitervererben können.Fakt ist: In den meisten Fällen tritt Brustkrebs zufällig auf, wird also nicht vererbt. Es gibt aber auch Formen, die an die nächsten Generationen weitergegeben werden können. Liegt ein solcher vererbter Brustkrebs vor, steigt auch das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken.

Als einzige Adresse in Düsseldorf bieten wir eine tägliche Tumorrisiko-Sprechstunde an.

Diagnose

Mammasonographie/ Brustultraschall
Die Mammasonographie (Brustultraschall mit hochauflösenden Ultraschallgeräten) ist heute ein unverzichtbarer Teil der Brustdiagnostik. Mammasonographie kann nicht nur Knoten von Zysten unterscheiden. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ultraschalltechnologie und den Einsatz von Dopplersonographie, 3D-Sonographie und Elastographie können zusätzliche Verbesserungen der Brustuntersuchung erzielt werden.
Eine Sonographie wird durchgeführt bei:

  • auffälligen Befunden der Tastuntersuchung, der Mammographie und der Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Patientinnen mit hohem Risiko und dichtem Brustdrüsenkörper
  • Kontraindikationen zur Mammographie
  • der Steuerung minimal invasiver Proben und Markierungen

Bei der Mammasonographie wird die Brust per Hochfrequenz-Ultraschall untersucht. Dadurch lässt sich das Gewebe bis in die kleinsten Details wie Milchgänge und Drüsenläppchen darstellen. Der Brustultraschall wird meist als Zusatzuntersuchung bei unklaren Mammographie- Befunden eingesetzt sowie bei jungen Risikopatientinnen, da deren Brustgewebe relativ dicht und deswegen durch die Mammografie oft schlecht darstellbar ist.


Mammographie
Die Mammographie wird als strahlendosissparende digitale Technik mit allen Möglichkeiten der Bildnachverarbeitung durchgeführt und kann durch Zielaufnahmen in Vergrößerungstechnik und/oder mit verstärktem Druck (Zielkompression) ergänzt werden. Die Befundung erfolgt leitlinienbasiert und berücksichtigt die gängige BI-RADS Klassifikation nach ACR. Durchgeführt wird eine Doppel- Befundung durch eine zweite unabhängige fachärztliche Beurteilung der Aufnahmen.


Magnetresonanztomographie
Die Magnetresonanztomographie (MRT) arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen und ist eine Ergänzungsuntersuchung z.B. :

  • zur Diagnostik von Rezidiven nach Mammakarzinomen
  •  zur Diagnostik nach Brustrekonstruktionen mit Implantaten
  •  zur Diagnostik von Risikopatientinnen (z.B. bei familiärer Belastung)


Nuklearmedizin
In der Nuklearmedizin werden schwach radioaktive Substanzen eingesetzt, um z.B. Stoffwechselvorgänge abzubilden. Mit speziellen Kameras können winzigste Spuren der Strahlung erkannt werden, darum können die Substanzen so niedrig dosiert werden, dass Unverträglichkeiten nicht auftreten. Die Strahlenbelastung ist bei den Untersuchungen gering.


Skelettszintigraphie
Die Skelettszintigraphie zeigt Stellen mit vermehrtem Knochenumbau oft früher als radiologische Verfahren. Sie wird häufig eingesetzt, um mögliche Fernabsiedlungen (Metastasen) eines Tumors aufzuspüren. Nach Injektion der Substanz in eine Vene und einer Wartezeit von mindestens zwei Stunden, in denen die Patientin viel trinken sollte, werden Aufnahmen angefertigt. Dabei kann das gesamte Skelettsystem in einer Untersuchung dargestellt werden.


Darstellung des Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphnode):
Zur Markierung der Wächterlymphknoten wird vor der Operation eine leicht radioaktive Substanz mit einer sehr dünnen Nadel unter die Haut der Brust injiziert. Nach einer Wartezeit werden Aufnahmen von Brust und Achselhöhle angefertigt und der Wächterlymphknoten so sichtbar gemacht. Bei der Operation kann dieser Lymphknoten mittels einer Handsonde aufgefunden, gezielt entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden.


Pathologie
Aufgabe des Instituts für Pathologie ist im Rahmen des Brustzentrums die mikroskopische Untersuchung der durch Biospie oder Resektion gewonnenen Gewebeproben und damit die Diagnosestellung als unverzichtbare Voraussetzung für eine adäquate Therapieplanung. Die mikroskopische Diagnostik erfolgt zu drei verschiedenen Zeitpunkten: vor der Therapie (präoperative Diagnostik), während der Operation (intraoperative Schnellschnittdiagnostik) und nach der Operation (postoperative Diagnostik).


Bei der Diagnostik vor Beginn einer Therapie entnimmt der behandelnde Arzt zunächst per Stanz- oder Vakuumbiopsie Gewebeproben aus dem verdächtigen Areal. Diese Proben werden nach entsprechender technischer Aufarbeitung vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Je nachdem, ob der Pathologe dabei die Diagnose eines gutartigen oder bösartigen Tumors stellt, folgt anschließend eine zielgerichtete Therapieplanung.
Untersuchungen während der Operation erfolgen durch die sog. Schnellschnittmethode. Diese wird bei intraoperativem Tumorverdacht sowie im Rahmen der Diagnostik des sog. Wächter- (Sentinel-) Lymphknotens eingesetzt. Darüber hinaus spielt die Schnellschnittmethode eine wichtige Rolle bei der Durchführung der intraoperativen Strahlentherapie. Die hohe Spezialisierung der Fachärzte, sowie das Prinzip, dass jede Tumordiagnose von zwei Fachärzten bestätigt werden muss, tragen deshalb zu einer höchstmöglichen Patientensicherheit bei.

Therapie

Operative Therapie
Das Ziel einer Operation an der Brust ist die Abklärung eines verdächtigen Befundes oder die Entfernung eines bösartigen Tumors. Dazu stehen in unserer Klinik alle Operationsmethoden der Brusterhaltung einschließlich plastischer Wiederherstellungstechniken, oder wenn nötig, der Brustentfernung zur Verfügung. Heutzutage können 70- 80% der Tumore brusterhaltend operiert werden. Vor jeder geplanten Operation erhalten Sie eine ausführliche Aufklärung über den Grund, den Ablauf und die möglichen Alternativen der Operation.


Wenn eine bösartige Erkrankung der Brust vorliegt, ist die Untersuchung der Lymphknoten in der Achselhöhle der betroffenen Seite notwendig. Vor der Operation wird der sogenannte Wächter-Lymphknoten durch eine Injektion radioaktiv markiert. Dieser kann bei der Operation durch einen kleinen Schnitt in der Achselhöhle gezielt entfernt werden. Der Pathologe untersucht ihn während der Operation und teilt das Ergebnis dem Operateur sofort mit. Der Vorteil besteht darin, dass eine Entfernung der Achsellymphknoten unterbleiben kann, wenn der untersuchte Lymphknoten nicht befallen ist. Im anderen Falle werden mindestens 10 Lymphknoten entfernt. Bei einer brusterhaltenden Operation wird der bösartige Tumor mit einem Sicherheitssaum gesunden Gewebes entfernt. Die Schnittführung liegt dabei meist genau über dem Tumor.


Sollte eine Entfernung der gesamten Brustdrüse notwendig werden, gibt es zwei Möglichkeiten: die Entfernung der Brust über einen spindelförmigen Schnitt oder die Entfernung des Brustdrüsenkörpers mit Brustwarze unter Erhaltung des Hautmantels. Besonders die letztere Methode lässt einen raschen Wiederaufbau der Brust zu. Dafür stehen sämtliche Techniken der Eigengewebswiederherstellung, aber auch die verschiedenen Möglichkeiten der Implantatrekonstruktion zur Verfügung. Dabei werden nur modernste Methoden und Materialien verwendet, die sowohl höchsten ästhetischen, als auch onkologischen Anforderungen genügen.


Medikamentöse Behandlung
Brustkrebs wird aufgrund seines Ausbreitungsmusters zusätzlich zur Operation und zur Strahlentherapie in vielen Fällen auch medikamentös behandelt. Dadurch kann das individuelle Rückfallrisiko wesentlich gesenkt werden.
Im Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf werden alle modernen Formen der medikamentösen Therapie durchgeführt:

  •     Chemotherapien
  •     Antihormonelle Therapien (endokrin)
  •     Zielgerichtete, biologische Therapien (targeted therapy)


Die Auswahl der Medikamente wird individualisiert nach den Eigenschaften des Tumors, dem Tumorstadium und dem Gesundheitszustand der Patientin von einem Expertengremium (Tumorboard) empfohlen und detailliert besprochen. Die medikamentösen Behandlungen werden unter Umständen stationär, aber überwiegend ambulant in einer Tagesklinik durchgeführt. Wenn nötig, können die Medikamente schonend über ein sogenanntes Portsystem verabreicht werden, welches durch eine kleine Operation implantiert wird. Dadurch werden die Venen am Arm geschont. Ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten von Nebenwirkungen (supportive Therapien) sorgt dafür, dass die medikamentöse Therapie nicht nur wirksam, sondern auch verträglich verabreicht werden kann.


Chemotherapie
Wir bieten in unserem Interdisziplinären Ambulanten Chemotherapiezentrum (IAC) in angenehmer Atmosphäre alle aktuellen Chemotherapien, zielgerichtete Immuntherapien, knochenstärkende Infusionen sowie Hormontherapien und weitere unterstützende Maßnahmen an.


Alle Therapiekonzepte werden nach neuestem Standard in unserer wöchentlichen interdisziplinären Konferenz erarbeitet. Vor jeder Durchführung einer Therapie erfolgt ein ärztliches Gespräch, damit wir die Patientin während dieser Zeit engmaschig über die einzelnen Therapieschritte informieren und ihr bei möglichen Nebenwirkungen
helfen können. Wir als frauenärztliches Team des IAC möchten so viel wie möglich zur Genesung unserer Patienten beitragen, und uns ist es sehr wichtig, dass sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.


Bestrahlungstherapie
Die Bestrahlung der erkrankten Brust wird bei brusterhaltenden Operationen, also bei den meisten Behandlungen von Brustkrebs, in der Regel nach der Operation und nach der Chemotherapie durchgeführt. Dabei wird die ganze Brust bestrahlt, wobei durch genaue Planung das umgebende Gewebe, insbesondere Herz und Lunge geschont bleiben. Die Bestrahlung erfolgt in mehreren Einzelsitzungen, da hierdurch auch die Haut geschont wird. Die Bestrahlung soll in der Brust verbliebene Tumorzellen vernichten. Durch die Bestrahlung wird verhindert, dass sich in der Brust ein erneuter Tumor bildet, aber es wird auch insgesamt das Risiko einer Wiedererkrankung an Brustkrebs vermindert. Nach einer Brustentfernung hängt es von verschiedenen Faktoren ab, ob eine zusätzliche Bestrahlung der Narbe und Umgebung hilfreich sein kann. Auch bei Metastasen kann die Bestrahlung eine wirksame Tumorbehandlung sein und schmerzstillend wirken. Der beste Therapieplan wird zuvor in der Tumorkonferenz besprochen.

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Neu

IntraOperative RadioTherapie
IORT =IntraOperative RadioTherapie, ein neues Verfahren der Brustbestrahlung während der Operation. In unserem Zentrum wird eine besonders zielgenaue und in der Dosis gut angepasste Bestrahlung mit einem neuen Gerät (Elektronenbeschleuniger) durchgeführt, welches bereits im Operationssaal zum Einsatz kommt.
Genau dort, wo der Tumor bei einer brusterhaltenden Operation entfernt wurde, wird eine gezielte Dosis Bestrahlung auf die Brustregion verabreicht. Die Bestrahlung wird innerhalb weniger Minuten während der Operation durchgeführt. Der Operateur und der Strahlentherapeut können so besser gemeinsam die gefährdete Region festlegen. Die Haut wird geschont, weil bei offener Wunde bestrahlt wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die postoperative Bestrahlungszeit um ca. eine Woche verringert. Innerhalb von Studien kann auch manchmal ganz auf die Nachbestrahlung nach der Operation verzichtet werden.

Teilnahme an klinischen Studien

Die Studienzentrale der Frauenklinik bietet Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs die Möglichkeit im Rahmen ihrer Behandlung an klinischen Studien teilzunehmen. In den letzten Jahren hat es große Fortschritte in der Brustkrebsforschung gegeben; von diesen Ergebnissen profitieren Sie schon heute bei der Behandlung und Therapie Ihrer Erkrankung. Im Rahmen einer Studienteilnahme haben Sie als Patientin die Chance, frühzeitig durch Ihre Teilnahme sehr moderne neue Behandlungsmethoden zu erhalten. Ein weiterer Vorteil einer Studienteilnahme ist die engmaschige und intensive Betreuung und Begleitung durch das Team der Studienzentrale. Gerne beraten und informieren wir Sie bzgl. einer möglichen Studienteilnahme, geben Ihnen Antworten auf Fragen und können evtl. bestehende Bedenken ausräumen, die noch immer mit klinischen Studien in Zusammenhang gebracht werden. Studienpatienten sind keine „Versuchskaninchen“, sondern werden besonders qualitätsgesichert behandelt. Unsere Studienzentrale
ist nach ISO zertifiziert.

Kontakt: Studienzentrale der Frauenklinik des UKD

Sprechstunden nach telefonischer Vereinbarung
Aktuelle klinische Studien finden Sie hier.

Schwangerschaft nach Krebstherapie

Jede zehnte Brustkrebserkrankung tritt bei einer Frau im gebärfähigen Alter auf. Brustkrebs ist die häufigste Krebsform bei jungen Frauen unter 35 Jahren und daher spielt hier der Wunsch nach einer Schwangerschaft trotz Krebstherapie eine besondere Rolle. Noch vor 10 Jahren glaubte man, dass eine Schwangerschaft das Rückfallrisiko erhöhen könnte, weil der veränderte Hormonspiegel angeblich bei werdenden Müttern das Tumorwachstum beschleunigt. Heute weiß man, dass es nach einem therapierten Brustkrebs kein erhöhtes Rückfallrisiko durch eine Schwangerschaft gibt. Zusätzlich werden junge Frauen bei Bedarf vor einer Therapie im Kinderwunschzentrum der Universitätsklinik über alle Möglichkeiten der Fertilisationsmedizin informiert. Zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Fruchtbarkeit stehen männlichen und weiblichen Krebspatienten hier zur Verfügung.

 

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