HEPAtonorm™-Analyzer (CFF)


Diagnostik der Hepatischen Enzephalopathie

Die kritische Flimmerfrequenz (CFF) ist ein sensitiver und objektiver Parameter, der die visuelle Funktion misst und es erlaubt, eine geringgradige hepatische Enzephalopathie zu quantifizieren und in ihrem zeitlichen Verlauf zu verfolgen. Eine Hepatische Enzephalopathie ist die Summe aller neurologischen Komplikationen, welche bei akuten oder chronischen Lebererkrankungen auftreten können. 

Die Schwere einer "Hepatischen Enzephalopathie" (HE) kann mit Hilfe des neu entwickelten HEPAtonorm™-Analyzers über eine Flimmerfrequenzanalyse objektiv ermittelt werden. Die Vorteile dieses Diagnosegerätes sind:

  • Genauigkeit
  • zuverlässige Reproduzierbarkeit
  • keine Trainingseffekte
  • Tages- und Bildungsgradunabhängigkeit
  • Mobiler Einsatz
  • Netzunabhängigkeit

Damit ist eine rasche und komplikationslose Analyse der Flimmerfrequenz möglich.

Das Diagnoseset (Abb. 1 und 2) besteht aus:

  • Handsteuergerät mit 2 m langem dreipoligen Kabel
  • Headset oder Kopfbandbrille
  • Patienten-Stopp-Taster mit 2 m langem zweipoligen Kabel

Die mitgelieferte Software ermöglicht die Übertragung und Auswertung der mit dem Handsteuergerät gemessenen Daten auf einen Personal-Computer. Zentraler Teil des Diagnosegerätes ist das Handsteuergerät, das über eine 9-Volt-Batterie mit Strom versorgt wird. Über ein 8-stelliges LCD-Display können die Messinformationen und -daten aus den so genannten Haupt-, Mess- und Sondermenüs erfasst werden.

Es erfolgt eine intrafoveale Stimulierung durch einen pulsierenden roten LED-Lichtpunkt in einer virtuellen Entfernung von 12 m. Die Frequenz wird kontinuierlich in Schritten von 0,1 Hz von 60 Hz auf 25 Hz abgesenkt.  

Das Messsystem dient nicht der Ermittlung des Vorliegens eines Leberschadens. Doch gibt die ermittelte Flimmerfrequenz genaue Hinweise auf das Vorliegen einer neurologischen Komplikation im Rahmen der genannten Lebererkrankungen.

Die routinemäßige objektive Messung der Flimmerfrequenz wird weder durch Trainingseffekte, Bildungsgrad, Tageszeit noch untersucherbedingte Variabilitäten beeinflusst und ist daher ausgesprochen effizient.

Die Bestimmung der CFF erwies sich in mehreren Studien als ein bemerkenswert sensitiver und objektiver Parameter zur Quantifizierung der Schwere der geringgradigen HE. Dabei erlaubt die parallele Veränderung der CFF und der psychomotorischen und mentalen Einschränkungen bei Patienten mit Zirrhose und HE eine Quantifizierung der HE als Kontinuum über ein weites Spektrum der neurologischen Störungen bei akuten und chronischen Lebererkrankungen. Eine Differenzierung zwischen zirrhotischen Patienten mit einer manifesten HE von nichtzirrhotischen gesunden Kontrollprobanden war dabei zu 100 % möglich, wenn eine "cut off" Frequenz von 39 Hz zu Grunde gelegt wurde. Diese Frequenz erlaubt auch die Diskrimination von HE 0 Patienten von Patienten mit einer mHE mit hoher Sensitivität und Spezifität, wenn man eine computerpsychometrische Testbatterie als definitiven Standard nutzt. Neuere Studien zeigen, dass die CFF in der Lage ist, objektiv die Veränderungen der Ausprägung des Schweregrads der neurologischen Störungen nach Anlage eines TIPS Shuntes nachzuverfolgen. Ein CFF Wert von unter 37 Hz vor Anlage eines solchen Shunts wurde dabei als indikativ für eine schlechte Prognose gefunden, weshalb die Forderung nach sofortiger Aufnahme solcher Patienten auf die Transplantatliste erhoben wurde.

Die Nutzung des HEPAtonorm™-Analyzer ist einfach und ohne große Schwierigkeiten zu erlernen. Die Interpretation der Resultate sollte durch den/die Arzt/Ärztin erfolgen. 


Publikationen (Auswahl):

  • Kircheis G, Hilger N, Häussinger D. (2014) Value of critical flicker frequency and psychometric hepatic encephalopathy score in diagnosis of low-grade hepatic encephalopathy. Gastroenterology 146(4):961-9. doi: 10.1053/j.gastro.2013.12.026
  • Kircheis G, Bode JG, Hilger N, Kramer T, Schnitzler A, Häussinger D. (2009) Diagnostic and prognostic value of Critical Flicker Frequency determination in patients undergoing TIPS-implantation. Europ J Gastroenterol Hepatol 21:1383-94
  • Kircheis G, Knoche A, Hilger N, Manhart F, Schnitzler A, Schulze H, Häussinger D. (2009) Hepatic encephalopathy and fitness to drive. Gastroenterology 137: 1706-15
  • Shah NJ, Neeb H, Kircheis G, Engels P, Häussinger D, Zilles K. (2008) Quantitative Cerebral Water Content Mapping in Hepatic Encephalopathy. Neuroimage 41:706-17
  • Montoliu C, Piedrafita B, Serra MA, del Olmo JA, Ferrandez A, Rodrigo JM et al. (2007) Activation of soluble guanylate cyclase by nitric oxide in lymphocytes correlates with minimal Hepatic Encephalopathy in cirrhotic patients. J Mol Med 85:233-241
  • Sharma P, Sharma BC, Puri V, Sarin SK. (2007) Critical Flicker Frequency: Diagnostic Tool for Minimal Hepatic Encephalopathy, J Hepatol 47:67-73
  • Miese F, Kircheis G, Wittsack HJ, Wenserski F, Hemker J, Mödder U, et al. (2006) 1H-MR Spectroscopy, Magnetization Transfer and Diffusion-Weighted Imaging in Alcoholic and Nonalcoholic Patients with Cirrhosis with Hepatic Encephalopathy. Am J Neuroradiol 27:1019-26
  • Zafiris O, Kircheis G, Rood HA, Boers F, Häussinger D, Zilles K. (2004) Impaired visuo-spatial decision making in hepatic encephalopathy relates to attenuated BOLD-signal in the right inferior parietal cortex. Neuroimage 22:541-552
  • Timmermann L, Gross J, Kircheis G, Dirks M, Schmitz F, Häussinger D, Schnitzler A. (2002) Cortical origin of postural minimal asterixis in hepatic encephalopathy. Neurology 58:296-298
  • Kircheis G, Wettstein M, Timmermann L, Schnitzler A, Häussinger D. (2002) Critical flicker frequency and quantification of low grade hepatic encephalopathy. Hepatology 35:357-366
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