Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie

Beyond COVID-19


Das Coronavirus stellt als globale Pandemie die Menschen vor große Herausforderungen. Auch das Gesundheitssystem war und ist weiterhin stark gefordert. Dies betrifft sowohl die Behandlung akuter Krankheitsfälle als auch die Weiterversorgung der wachsenden Anzahl von Patienten*innen mit überstandener Corona-Infektion.

Während die akute Infektion mit dem Coronavirus üblicherweise insbesondere zu einer Lungenentzündung mit unterschiedlichem Schweregrad führt, sind die langfristigen Fragen zur Gesundheit nach einer überstandenen SARS-CoV-2 Infektion (Long-COVID) weitgehend unverstanden. Long-COVID beschreibt einen Symptomkomplex, der die Betroffenen in vielfältiger Art und Weise körperlich (z.B. Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen, Riech- oder Geschmacksverlust, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problem, neurologische Störungen) und hinsichtlich der Stimmungslage einschränken kann.

"Bisherige Studien zeigen, dass mindestens zehn Prozent der Genesenen mit mildem Verlauf später Symptome zeigen, bei Betroffenen mit schwerem Verlauf ist es fast jeder zweite", sagt Tom Lüdde, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie.

Das primäre Ziel des vorliegenden Projektes ist das Phänomen Long-COVID zu beschreiben sowie mögliche Ursachen und Faktoren für unterschiedliche Verläufe der Erkrankung zu identifizieren.

Es handelt sich um eine multizentrische Kohortenstudie mit einer geplanten Beobachtungszeit von vier Jahren (1 Jahr Rekrutierung, 3 Jahre Follow-up). Ziel ist es im Rahmen der ambulanten Patientenversorgung standortübergreifend (beteiligte Universitätskliniken: Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster) eine Kohorte mit mehr als 2.000 Patient*innen aufzubauen, umfassend zu beschreiben und nachbeobachten. Neben einer Baseline-Untersuchung und regelmäßigen Nachuntersuchungen wird rückblickend die Chronologie der frühen Erkrankungsphase dokumentiert. Durch eine systematische und strukturierte Erfassung und Charakterisierung der gesundheitlichen Störungen und psychosozialen Faktoren sollen mögliche Spätfolgen der Infektion wie auch begünstigende Faktoren identifiziert und die psychosozialen Konsequenzen ermittelt werden. Darüber hinaus soll die gegen SARS-CoV-2 gerichtete Immunität im Langzeitverlauf über vier Jahre erfasst und die eventuell für die beobachteten Spätfolgen verantwortlichen immunologischen Faktoren identifiziert werden.

"Wir untersuchen und befragen die betroffenen Menschen in regelmäßigen Abständen und veranlassen dann je nach Symptomen weitere Untersuchungen", erklärt Dr. Björn Jensen, der die Düsseldorfer Long-COVID-Ambulanz koordiniert.

Beyond COVID-19 wird am Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie koordiniert. Prof. Dr. Tom Lüdde ist Sprecher des Verbunds, Dr. Björn Jensen Stellvertretender Sprecher, Prof. Dr. Nico Dragano (Institut für Medizinische Soziologie/ Centre for Health and Society) und Prof. Dr. Philipp Albrecht (Klinik für Neurologie) sind Principal Investigator des Verbundes. Der Beobachtungszeitraum beträgt vier Jahre. Die Landesregierung fördert das Projekt an den beteiligten Standorten mit rund 4,6 Millionen Euro.

Die Forschungsergebnisse sollen zur Bewältigung der Langzeitfolgen der aktuellen Pandemie beitragen und zusätzlich zum besseren Verständnis und zur Vorbereitung möglicher zukünftiger Pandemien dienen.

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