Gesundheitsverhalten junger Erwachsener
Der Forschungsschwerpunkt untersucht gesundheitsbezogenes Verhalten, psychische Gesundheit und psychosoziale Belastungen junger Erwachsener mit einem klaren Fokus auf die hausärztliche Versorgung. Im Mittelpunkt steht, wie junge Erwachsene erreicht, gesundheitliche Risiken und Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkannt und adressatengerecht angesprochen sowie durch geeignete Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Verhaltensänderung im Rahmen der hausärztlichen Versorgung unterstützt werden können.
Berücksichtigt werden gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und Belastungen, die sich im jungen Erwachsenenalter entwickeln oder verfestigen und langfristige Auswirkungen auf Gesundheit und Versorgung haben können. Dazu zählen unter anderem Tabak- und Nikotinkonsum, Alkohol- und weiterer Substanzkonsum, körperliche Aktivität, Ernährung, Schlaf und digitale Mediennutzung sowie Aspekte der psychischen Gesundheit und psychosoziale Belastungen, beispielsweise depressive Symptome, Stress, Einsamkeit, ein negatives Körperbild sowie Erfahrungen von Mobbing und Body Shaming.
Die hausärztliche Versorgung bietet dabei einen niedrigschwelligen Zugang und besondere Möglichkeiten, gesundheitliche Risiken und Belastungen junger Erwachsener frühzeitig zu identifizieren, sensible Themen anzusprechen, gesundheitsförderliches Verhalten zu stärken, Verhaltensänderungen durch niedrigschwellige Interventionen zu unterstützen und bei Bedarf weiterführende Versorgung anzubahnen.
Enge inhaltliche Schnittstellen bestehen insbesondere zur Familienmedizin, Sucht- und Präventionsforschung, Forschung zu psychischer Gesundheit und psychosozialen Einflussfaktoren, Gesundheitskompetenz sowie Patient-Arzt-Kommunikation. Der Forschungsschwerpunkt am Institut für Allgemeinmedizin (ifam) ist in das Centre for Health and Society (chs) eingebettet und nutzt gezielt bestehende methodische und thematische Nahtstellen innerhalb des chs. Die internationale Ausrichtung ist integraler Bestandteil des Forschungsschwerpunkts. Die bestehende Kooperation des chs mit dem Care and Public Health Research Institute (CAPHRI) der Maastricht University bietet eine besondere Grundlage für die gemeinsame Entwicklung, Evaluation und Übertragung von Forschungsansätzen, Instrumenten und Interventionen zwischen unterschiedlichen Versorgungssystemen.
Kontakt
Leitung des Forschungsschwerpunktes
Priv.-Doz. Dr. PH Stephanie Klosterhalfen (Stephanie.Klosterhalfen@med.uni-duesseldorf.de)
Themenfelder:
Identifikation
Screening, Erfassung und Einordnung gesundheitsbezogener Verhaltensweisen, psychischer Belastungen und psychosozialer Risikofaktoren in der hausärztlichen Versorgung.
Erreichbarkeit und Partizipation
Untersuchung von Zugangswegen, Rekrutierung und Forschungsteilnahme junger Erwachsener. Junge Erwachsene sollen dabei nicht nur als Studienteilnehmende, sondern, wo sinnvoll, als Ko-Forschende in die Planung, Durchführung, Interpretation und Dissemination von Forschung einbezogen werden.
Kommunikation und Entscheidungsfindung
Zielgruppengerechte Ansprache und hausärztliche Kommunikation zu gesundheitssensiblen Themen, Gesundheitsinformationen, Gesprächsführung und Risikokommunikation sowie gemeinsame Entscheidungsprozesse.
Gesundheitsförderung
Entwicklung, Evaluation und Implementierung zielgruppengerechter Ansätze zur Förderung gesundheitsförderlichen Verhaltens und zur Unterstützung von Verhaltensänderungen in der hausärztlichen Versorgung. Ein besonderer Fokus liegt auf niedrigschwelligen Kurzinterventionen sowie analogen, digitalen und adaptiven Unterstützungsangeboten.
Studien:
- SHISHA: Social Habits and Insights in Shisha use in Germany (Link: 2024-Template-ifam_SHISHA_09012026__002_.pdf)
Publikationen:
- Klosterhalfen S, Fedler C, Hanewinkel R, Neumann C, Hansen J: Preferred Sources of Health-Risk Information About Cigarettes, e-Cigarettes, and Waterpipes Among Adolescents in Germany: A Cross-Sectional Analysis of a Large School-Based Survey. Tobacco Use Insights 2026;19. doi: 10.1177/1179173X261473915
- Fedler C, Kotz D, Vomhof, M, Klosterhalfen S: Quitting Shisha Smoking Among Young Adults in Germany: Insights From an Online Survey on Sociodemographic, Perceptual and Behavioural Economic Factors Associated With Quit Attempts. Tobacco Use Insights 2026;19. doi:10.1177/1179173X261454173
- Klosterhalfen S, Hansen J, Hanewinkel R. The Co-occurrence of Loneliness and Nicotine Use Among German Adolescents: A Cross-Sectional Analysis. Tobacco Use Insights. 2025;18. doi:10.1177/1179173X251372794
- Toorang F, Etemadi A, Ahmad Dar N, Soliman A, Klosterhalfen S, et al. Waterpipe smoking and health outcomes: review of evidence and road map for an international consortium. Tobacco Control Published Online First: 25 Februar 2026. doi: 10.1136/tc-2025-059374
- Klosterhalfen, S, Kotz, D. Von Tabak über E-Zigarette bis Cannabis: Was Deutschland raucht. Zeitschrift für Pneumologie (2025). DOI: 10.1007/s10405-025-00645-5
- Klosterhalfen S, Viechtbauer W, Kotz D. Wasserpfeifenkonsum in Deutschland (2018-2024): Prävalenz und soziodemografische Unterschiede beim Einstiegsalter. J Health Monit. 2025;10(3):e 13355. doi: 10.25646/13355.
Vorträge:
- Klosterhalfen S. Rauchen, „Vapen“, „Snusen“ – Nutzung von Nikotinprodukten und ihre Bedeutung für Jugendliche. Vortrag auf Einladung der Caritas Suchthilfe im Rahmen der bundesweiten Caritas Fachtagung 2026, 07.05.2026, Aachen.
- Fedler C, Kotz D, Klosterhalfen S. „Rauchen Sie Shisha?” – Selbstwahrnehmung und gewünschte Informationskanäle junger Erwachsener zum Shishakonsum – Ergebnisse einer Online Befragung Vortrag auf dem 59. DEGAM-Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 01.03.2025, Hannover
- Klosterhalfen S. E-Zigaretten & Vapes. Entwicklungen verstehen – Prävention stärken. Vortrag auf Einladung auf der Tagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen. Online, 17.06.2025.
- Klosterhalfen S. Aktionsbündnis Generation Rauchfrei. Vortrag auf dem 1. Düsseldorfer Forschungs-Kolloquium Öffentliche Gesundheit. Düsseldorf, 01.10.2024.
- Klosterhalfen S. Cannabis- und Nikotinkonsum bei Kindern und Jugendlichen. Vortrag auf Einladung auf dem 11. Kammerkolloquium Kindergesundheit. Düsseldorf, 22.06.2024.