„Tausenderlei Belange“. Die Düsseldorfer GeSoLei als Mikrokosmos der Weimarer Republik


Im Jahr 2026 jährt sich die Eröffnung der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei), die vom 8. Mai bis 5. Oktober 1926 in Düsseldorf stattfand zum 100. Male. Diese gemessen an den Besucherzahlen größte Gesundheitsausstellung in der Zeit der Weimarer Republik verzeichnete mit einer Mischung aus Messe und Volksfest mehr als 7.500.000 Besuche.
Nicht zuletzt aufgrund dieser enormen Resonanz, aber auch aufgrund der vielen architektonischen Erinnerungsorte (u.a. das Ehrenhof-Ensemble mit der heutigen Tonhalle) ist diese Veranstaltung bis heute Teil der städtischen Erinnerungskultur und war Gegenstand historischer und kunsthistorischer Studien.

Aus Anlass des bevorstehenden Jubiläums hat sich eine interdisziplinäre Forschergruppe konstituiert, die an diese Forschungen anknüpfend die GeSoLei in einer Querschnittanalyse u.a. als Kulminationspunkt deutscher Gesundheitspolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu untersuchen möchte und dabei besonders auf neuere Forschungsansätze zur Moderne, zur Weimarer Republik und zu Erinnerungsorten reflektiert.

Kontakt:
PD Dr. Silke Fehlemann
c/o Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
und TU Dresden, SFB 1285 „Invektivität“
E-Mail: Silke.Fehlemann1@tu-dresden.de
fehlemas@phil-fak.uni-duesseldorf.de

Thorsten Halling, MA
c/o Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Thorsten.Halling@hhu.de


Mitglieder der Forschungsgruppe

Sarah Czirr (Dr. phil.) ist Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt Historismus und Moderne. Sie forscht vor allem zur Gattung Skulptur und politischer Ikonografie bzw. politischer Agentialität von Bildern. Sie wird sich mit Kunst und Architektur auf der GeSoLei befassen.

Silke Fehlemann (Priv.-Doz. Dr. phil.) ist Historikerin mit den Schwerpunkten Kultur-, Emotions- und Körpergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie lehrt und forscht an den Universitäten Dresden und Düsseldorf. Ihre Aufgabe wird die Koordination des Gesamtprojektes sein und sie fragt darüber hinaus nach dem konzeptionellen Zusammenhang zwischen Körper und Demokratie auf der GeSoLei.

Thorsten Halling (M.A.) ist Historiker mit dem Schwerpunkt Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Er forscht u.a. zu Erinnerungskulturen, zur Krankenhausgeschichte, zur Historischen Netzwerkanalyse sowie zur Exzellenz in den Wissenschaften im 19. und 20. Jahrhundert. Er wird ebenfalls das Gesamtprojekt koordinieren und sich mit dem Thema städtische Erinnerungskultur und GeSoLei beschäftigen.

Ulrich Koppitz arbeitet in der Bibliothek des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und veröffentlichte auch zur Düsseldorfer Stadtgeschichte. Er steht als Bibliothekar und Stadthistoriker dem Gesamtprojekt beratend zur Verfügung.

Matthis Krischel (Dr. phil.) ist Medizin- und Wissenschaftshistoriker. Er forscht zur Geschichte und Ethik der Medizin und Lebenswissenschaften im 19. und 20. Jahrhundert. Er wird das Verhältnis zwischen Wissen und Gesundheit auf der GeSoLei erforschen.

Julius Leonhard (Dr. phil.) ist Historiker und Archivar. Er ist Leiter des Universitätsarchivs der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Fachreferent für Geschichte an der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf sowie Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte. Er wird sich mit der Quellenrecherche, Quellenbeschaffung und -dokumentation befassen.

Stefanie Michels (Priv.-Doz. Dr. phil.) ist Historikerin mit dem Schwerpunkt Globalgeschichte und Afrikanische Geschichte. Sie forscht zur deutschen Kolonialgeschichte in Afrika, besonders zu Kamerun und zur Globalgeschichte Düsseldorfs und des Rheinlands vor 1945. Sie beteiligt sich mit einem Projekt zum kolonialen Kontext der GeSoLei.

Friedrich H. Moll (Priv.-Doz. Dr. med.) ist Urologe und Medizinhistoriker. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören die Kultur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Urologie, der Wissenschaftstransfer im 18.-20. Jahrhundert und die medizinische Museologie. Er beschäftigt sich mit der Darstellung der Geschlechtskrankheiten auf der GeSoLei.

Anne Oommen-Halbach (Dr. med.) ist Kinderärztin und Medizinhistorikerin. Sie forscht zur Geschichte der Medizinhistoriographie sowie zu Fragen, die die Geschichte und Ethik der Kindheit, der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreffen. Sie wird sich mit einem Projekt zur Säuglings- und Kinderfürsorge auf der GeSoLei beteiligen.

 

Kooperationspartner

Philipp Osten (Prof. Dr. med.) leitet das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Hamburg. Er forschte zu der Darstellung körperbehinderter Kinder und zur Rolle  eugenischer Konzepte auf der GeSoLei, sowie zur Rolle der Ausstellung im Rahmen antifranzösischer Propaganda und zur Einbeziehung der später im Nationalsozialismus reüssierenden Künstler Richard Schwarzkopf und Arno Breker.

Michael Schneider (Priv.-Doz., Dr. phil.) leitet den Arbeitsbereich Wirtschaftsgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und beschäftigt sich mit den ökonomischen Aspekten der Gesolei. Er interessiert sich insbesondere für die Unterstützung durch den Industriellen Carl Rudolf Poensgen, der damals Präsident der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer war. Daneben nimmt er die Ausstellung konkret als Wirtschaftsunternehmen in den Blick, das zudem den „leistungsfähigen Menschen“ in einer spezifisch ökonomischen Perspektive einforderte.

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