Das Trube-Becker-Haus: Zentrum für Kinderschutz und die interdisziplinäre Versorgung gewaltbetroffener Menschen

Gebündelte Expertise – Alles unter einem Dach


Interpersonelle Gewalt ist auch in Deutschland ein hochrelevantes Thema. Besonders schwer wiegt dabei die sog. „häusliche Gewalt“, also die Gewalt im sozialen Nahraum, die insbesondere Kinder und Frauen betrifft. Das Gesundheitswesen ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für Geschädigte, wobei die ganzheitliche Versorgung sowohl kindlicher als auch erwachsener Betroffener eine Herausforderung darstellt.

Vor diesem Hintergrund plant das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ein Zentrum für die interprofessionelle Versorgung von gewaltbetroffenen Menschen. Dazu entsteht auf dem Gelände ein einzigartiger Bau: Das Trube-Becker-Haus (Foto: HPP Architekten). Es wird neue Möglichkeiten für die Versorgung gewaltbetroffener Menschen schaffen – in Praxis und Forschung.

Unter einem Dach werden hier in Zukunft die Rechtsmedizinische Ambulanz für Gewaltopfer des Institutes für Rechtsmedizin des UKD, das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) der UKD-Kinderklinik und das Childhood-Haus  Düsseldorf vereint. Diese Einrichtungen arbeiten bereits eng zusammen - sie können so künftig noch enger räumlich und personell zusammenwachsen und durch Synergien eine ganzheitliche, interprofessionelle Versorgung von Menschen, die Missbrauch und Gewalt erlebt haben, sicherstellen sowie auch neue Wege für Prävention und Nachsorge entwickeln.

Dabei adressiert das Konzept des Trube-Becker-Hauses auch den Bedarf an wissenschaftlichen Daten zu Themenbereichen wie Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch, häusliche Gewalt und Versorgungskonzepte für gewaltbetroffene Menschen. Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen werden dazu im Trube-Becker-Haus (also unmittelbar nah an der Praxis) forschen.  

Dieses Konzept ist für ganz Europa einzigartig!

Dank eines hohen Engagements und vieler Unterstützerinnen und Unterstützer entsteht das Trube-Becker-Haus nun an zentraler Stelle im UKD, in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik und dem Institut für Rechtsmedizin. Auf dieser Seite wollen wir Sie über den aktuellen Stand des Baus informieren.


Rechtsmedizinische Ambulanz für Gewaltopfer

Seit fast 20 Jahren stellt die Ambulanz für Gewaltopfer einen Schwerpunkt des Institutes für Rechtsmedizin am UKD dar. Die Anzahl der untersuchten Frauen steigt seit Jahren an. Dies trifft auch auf die dort und in der Kinderklinik untersuchten Kinder zu, bei denen der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung besteht. Neben der Sicherstellung der medizinischen Erstversorgung bietet die rechtsmedizinische Ambulanz eine der Situation angemessene Untersuchung und Gesprächsführung, eine gerichtsfeste Dokumentation der Verletzungen, eine Sicherung von Spuren am Körper des Opfers, eine sichere Archivierung von Befunden und Asservaten, eine Weiterleitung in das psychosoziale Hilfenetzwerk sowie Fachgutachten zu den attestierten Verletzungen an. Gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung können auch als sog. „vertrauliche Spurensicherung“ erfolgen, wenn Betroffene – aus welchen Gründen auch immer – (noch) keine Anzeige erstatten möchten.

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Childhood-Haus für Opfer von Missbrauch/Gewalt

Seit November 2020 biete das UKD durch das Childhood-Haus Düsseldorf eine umfangreiche Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Durch die strukturierte Zusammenarbeit von Fachkräften aus Medizin, Justiz, Polizei, Psychologie, Jugendhilfe und Sozialarbeit können Kinder und Jugendliche im Childhood-Haus Düsseldorf untersucht und von den Ermittlungsbehörden befragt werden. Die enge Kooperation mit anderen Institutionen ermöglicht eine ganzheitliche Versorgung sowie eine passgenaue Weitervermittlung an ein Helfersystem.  

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Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)

Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) der Kinderklinik im UKD bietet durch seine besondere interprofessionelle Kompetenz in Diagnostik, Behandlungsplanung und Koordination sowie durch therapeutische Einzel– und Gruppenangebote und Therapiebegleitung eine umfassende, über die rein medizinische Behandlung hinausgehende, interdisziplinäre Betreuung für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten, chronischen Erkrankungen, Leistungsstörungen und Behinderungen. Damit leistet das SPZ einen erheblichen Beitrag zu Prävention und Nachsorge.

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Das Trube-Becker-Haus: Eine besondere Umgebung für Kinder und Erwachsene in einer Ausnahmesituation

Nach Gewalterleben sind Kinder und Jugendliche wie auch Erwachsene häufig traumatisiert; durch die Geschehnisse und deren Folgen wie auch durch erforderliche medizinische Untersuchungen, Spurensicherung, Ermittlungen und Vernehmungen sind sie häufig hochgradig verunsichert. Das Konzept des Trube-Becker-Hauses will dem etwas entgegensetzen, auch durch seine Architektur.

Der aktuelle Gebäudeentwurf der HPP Architekten sieht ein L-förmiges Gebäude mit Dorfcharakter vor: Vier Gebäudeteile, die wie einzelne Häuser aussehen, setzen sich zum Trube-Becker-Haus zusammen, das völlig anders als eine Klinik imponiert, eher wie „ein Dorf im Grünen“. Durch spielerische Formen, natürliche Materialien und sanfte Farben wird eine angenehme und insbesondere auch kinderfreundliche Atmosphäre geschaffen.

Besonderen Wert wird auf Nachhaltigkeit gelegt: Das Trube-Becker-Haus wird ein nachhaltiger Holz-Hybridbau, bei dem sowohl das Gebäude als auch das Grundstück intensiv bepflanzt werden und so eine kleine grüne Oase entsteht - inklusive Spielplatz.



Leisten Sie mit Ihrer Spende einen Beitrag zum Kinderschutz und zur Bekämpfung häuslicher Gewalt:


Universitätsklinikum Düsseldorf

IBAN: DE 94 3005 0110 0010 001550

SWIFT-BIC: DUSSDEDDXXX

Stadtsparkasse Düsseldorf

Verwendungszweck: „701 320 912“

(Bitte geben Sie diesen unbedingt an, da eine Zuordnung zum Trube-Becker-Haus ansonsten nicht möglich ist.)


Kontakt:
Universitätsklinikum Düsseldorf
Prof. Dr. med. E. Mayatepek
Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie,
Neonatologie und Kinderkardiologie




Aktuelles

Wie ist der aktuelle Stand bei der Konzeption und dem Bau des Trube-Becker-Hauses? Hier bekommen Sie alle Informationen:

02.08.2022

Kick-off Meeting Trube-Becker-Haus

02.08.2022 – Alle wichtigen Akteure an einem Tisch: Am Montag, 1. August 2022, haben sich am…


Prof. Dr. Elisabeth Trube-Becker

Frau Prof. Dr. med. Elisabeth Trube-Becker, geboren 1919 in Düsseldorf, war in Deutschland eine der ersten Professorinnen für Rechtsmedizin. 1959/1960 übernahm sie die kommissarische Leitung des Institutes für Rechtsmedizin am UKD. Trube-Becker leistete Pionierarbeit in der Bearbeitung des Problems der Gewalt gegen Kinder und Frauen; durch ihren Einsatz und ihre Medienpräsenz wurden die Themen Kindesmisshandlung und häusliche Gewalt zunehmend in der deutschen Öffentlichkeit beachtet und diskutiert.

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