Pränatalmedizin: Optimal betreut während der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist für werdende Eltern eine sehr aufregende Zeit, die von Vorfreude, Erwartungen, aber auch Ängsten geprägt ist. Die Ängste sind zum Glück nur selten begründet, denn nur die wenigsten Kinder werden mit Fehlbildungen geboren. Mit Hilfe der vorgeburtlichen Diagnostik haben wir die Möglichkeit, Ihnen solche Befürchtungen zu nehmen und auch die vorgeburtliche Bindung zu Ihrem Kind zu intensivieren. Sollte der Befund wider Erwarten auffällig sein, können wir Sie optimal beraten und betreuen.

Ein breit aufgestelltes Team: 

Damit Ihr Kind den bestmöglichsten Start ins Leben bekommt, arbeiten wir eng mit verschiedenen Experten aus dem Universitätsklinikum zusammen. Im Falle möglicher familiärer Vorbelastungen, Autoimmunerkrankungen, angeborenen Fehlbildungen etc. können wir beispielsweise jederzeit Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel aus der Kinderklinik, der Humangenetik, dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, der Klinik für Psychosomatik oder der Rheumatologie hinzuziehen. Ist eine pränatale Therapie nötig, werden interdisziplinäre Behandlungsstrategien entwickelt, die auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.


Sprechzeiten nach Vereinbarung
Ort: Geb. 14.24, EG, Raum 65

Terminvereinbarung unter:


Wir bieten Ihnen folgende Leistungen:

  • Umfassende pränatale Ultraschalldiagnostik (DEGUM II)
  • 3D/4D-Ultraschall
  • Invasive Diagnostik (z.B. Fruchtwasseruntersuchung)
  • Humangenetische Beratung
  • Betreuung von Risikoschwangerschaften (z.B. Gestose, HELLP, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Mehrlingsschwangerschaften)
  • Überprüfung der Eileiter-Durchlässigkeit im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung

Spezielle Untersuchungen in der Schwangerschaft:

Neben den drei Ultraschalluntersuchungen, die Ihr betreuender Frauenarzt im Rahmen der Vorsorge durchführt, bieten wir Ihnen je nach Fragestellung weitere Untersuchungsmöglichkeiten:

Ersttrimester-Screening zwischen der 11. und 14. SSW

Im Rahmen der Pränataldiagnostik können wir einen Suchtest auf Entwicklungs- und Chromosomen-Störungen (Trisomie 21 etc.) durchführen. Für die individuelle Risikoberechnung werden verschiedenste Faktoren aus der Ultraschall- und Blutuntersuchung ausgewertet.

Chorionzottenbiopsie ab der 12. SSW

Sie kommt vor allem nach auffälligen Befunden des Ersttrimester-Screenings zum Einsatz. Dabei wird mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke Gewebe aus der Plazenta entnommen, um etwaige Chromosomenstörungen des Babys zu ermitteln. Die Resultate liegen nach rund 2 Tagen vor. Das Fehlgeburtsrisiko beträgt 0,5 bis 1 Prozent.

Fruchtwasseruntersuchung und FISH-Schnelltest ab der 15. SSW

Bei der Amniozentese wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchthöhle eingeführt und eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen. Dieses enthält kindliche Zellen, die Auskunft über etwaige Chromosomenstörungen des Ungeborenen geben. Lediglich bei 1 Prozent aller Untersuchungen kommt es zu Komplikationen wie Infektionen oder Verlust der Schwangerschaft. Die Auswertung dauert in der Regel 2 Wochen.

Mit einem Schnelltest, dem sogenannten FISH-Test, kann ein vorläufiger Check der am häufigsten betroffenen Chromosomen (13, 18, 21, X, Y) erfolgen. Hier ist das Ergebnis bereits nach etwa 2 Tagen da. Das bringt vielen Eltern eine vorläufige Beruhigung. Das FISH-Ergebnis stimmt nach unseren Erfahrungen in etwa 90 Prozent mit dem endgültigen Ergebnis überein. 

Nabelschnurpunktion ab der 15. SSW

Zur weiteren Diagnostik, zum Beispiel bei Vorliegen einer möglichen Blutunverträglichkeit von Mutter und Kind oder einer Infektion des Fetus, kann eine Nabelschnurpunktion (Chordozentese) angezeigt sein. Hierbei lässt sich eine Blutentnahme oder -transfusion durchführen. Das Vorgehen entspricht in etwa der Fruchtwasserpunktion.

Ausführlicher Ultraschall zwischen der 20. und 22. SSW

Bei Vorliegen von Risikofaktoren rät Ihr betreuender Arzt diese Untersuchung eventuell an. Zu diesem Zeitpunkt sind die Organe des Kindes ausgebildet und groß genug, um detailliert untersucht zu werden. Jetzt ist es möglich, Fehlbildungen zu diagnostizieren, die im ersten Trimester noch nicht darstellbar waren.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Checks ist die spezielle Herzdiagnostik (Echokardiographie). Die meisten relevanten Herzfehler können so bereits in der Schwangerschaft aufgedeckt werden. Zusätzlich kann das Risiko für kindliche Versorgungsengpässe oder für eine Schwangerschaftserkrankung (Gestose) frühzeitig erkannt werden.

Blutflussmessung durch Doppler-Ultraschall

In dieser Untersuchung können die Blutflüsse zum Beispiel in der Nabelschnur, in den Gebärmutterarterien, am fetalen Herzen oder im Gehirn farbig dargestellt werden. Dadurch lassen sich Kreislaufbesonderheiten beim Ungeborenen entdecken. Das Verfahren kommt beim ausführlichen Ultraschall zum Einsatz, um etwaige Versorgungsengpässe durch den Mutterkuchen beurteilen zu können. Auch bei Hochdruckerkrankungen der Mutter oder einem eventuell zu kleinen Baby findet es Verwendung. 


Häufig gestellte Fragen:

Haben die Untersuchungen irgendein Risiko für mein Kind oder mich?

Die von uns eingesetzten Ultraschallverfahren einschließlich der Blutflussmessungen durch Doppler-Ultraschall haben nachweislich keine nachteiligen Auswirkungen auf Sie oder Ihr Kind. Die invasiven Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung können Komplikationen nach sich ziehen. 

Was ist ein 3D-/4D-Ultraschall?

Diese moderne Ultraschall-Methode unterstützt uns bei der Beurteilung der körperlichen Entwicklung des Fetus.

Unsere Patientinnen erhalten dabei die Möglichkeit,  das Ungeborene dreidimensional und in Farbe auf einem großen Bildschirm zu sehen. Der 4D-Ultraschall stellt darüber hinaus wie ein Film Bewegungen dar.

Bekomme ich ein Foto vom Ultraschall?

Gerne erhalten Sie einen Ausdruck zum Mitnehmen. Im Verlauf der Schwangerschaft wird es allerdings aufgrund der abnehmenden Fruchtwassermenge schwieriger, ein schönes Bild zu machen.

Darf mein Partner/meine Partnerin dabei sein?

Selbstverständlich. Sie dürfen gerne Ihre Familienangehörigen, aber auch Freunde zu den Untersuchungen mitbringen. Maximal 2-3 Begleitpersonen haben Platz in unserem Untersuchungsraum.

Welche Unterlagen sind für die Untersuchungen erforderlich?
  • Mutterpass
  • Krankenversichertenkarte
  • bisherige Ultraschallbilder
  • Überweisung durch Ihren Frauenarzt
  • medizinische Befunde/Arztbriefe

Bei weiteren Fragen...

…stehen wir Ihnen zur Verfügung:

+49 (0)211 81-17546

Mo bis Do von 8-16 Uhr , Fr 8-15 Uhr

+49 (0)211 81-19820

außerhalb dieser Zeiten im Kreißsaal


Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:

Dr. med. Gabriele Bizjak

Oberärztin, Leiterin Pränatalmedizin, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
DEGUM II für pränatale Sonographie und gynäkologische Sonographie; Zusatzweiterbildung für Akupunktur, Naturheilverfahren und Homöopathie

Dr. med. Bettina Hoffmann-Pöll

Oberärztin Pränataldiagnostik
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin

Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Hagenbeck

stv. Leitender Oberarzt
Koordinator Perinatalzentrum, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe; DEGUM I, Schwerpunkt: Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Dr. med. Felix Borgmeier

Oberarzt
DEGUM II für Pränatalsonographie, ETS zertifiziert der Fetal Medicine Foundation (FMF) London (UK), Fachgebundene Humangenetische Beratung, BSc Biomedical Sciences

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